Daniele Gansers Vortrag „Corona und China. Eine Diktatur als Vorbild“

Die Nachdenkseiten haben mich auf einen Vortrag aufmerksam gemacht, der sich mit unserer Sichtweise auf die chinesischen Corona-Maßnahmen beschäftigt.

Leserbriefe an die Nachdenkseiten zum Thema hier.

Einiges in dem Vortrag, wie die Darstellung des Social-Credit Systems oder der Gedanke, dass der Lock-Down quasi eine chinesische Erfindung ist, ist etwas vage. Trotzdessen ist dieser Vortrag ein guter Ausgangspunkt für Diskussionen, die ich für immens wichtig halte, um den Erfolg Chinas in der Pandemiebekämpfung und darüber hinaus, richtig einzuordnen.

Denn die Frage, wie die westlichen Demokratien mit ihren eigenen Schwächen, Nachteilen und Fehlern in Sachen Pandemiekontrolle umgehen und wie sie dabei auf andere Länder sehen, wird uns sicher noch eine Weile beschäftigen. In welcher Hinsicht ist Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern schlechter aufgestellt? Was sollte man vielleicht sogar von China übernehmen und welche staatlich gesteuerten Maßnahmen sind für die Eindämmung der Pandemie ein effizientes Mittel, aber nicht ratsam? Welche Rolle spielen Überwachung, Lock-Down und Einreisekontrollen im Verlauf der Pandemie?

Was in dieser Hinsicht zum Besipiel häufig übersehen wird, ist die Rolle der Erfahrung Ostasiens mit Corona-Viren und die konkrete, tief verwurzelte Angst vor einer Epidemie. Der Blick auf Ostasien zeigt, dass dort ganz unabhängig von den politischen Systemen eine Zero-Covid-Strategie von Anfang an das Ziel war und die Bevölkerung dieses Ziel unterstützt hat. Denn auch wenn das Virus überall, abgesehen von den Mutationen, das gleiche ist, so sind doch die Ausgangspunkte zur Bekämpfung jeweils etwas unterschiedlich.